Biete BLITZ, suche BUCH: 108 FACTS über den FUN am Schreiben!

Juli 13, 2026 | Buch schreiben, HighVoltageWriting, Kreatives Schreiben, schöpferisches Schreiben, Schreiben und Kreativität, Schreibwissen

Was hat dein Schreiben mit dem Kind in dir, dem Spiel und dem freien Blitzen zu tun? Eine ganze Menge! Das verraten dir 108 erstaunliche Fakten über die Freude am Schreiben!

Warum 108?

In Japan schlagen die Tempelglocken in der Silvesternacht genau 108 Mal: ein Klang für jede irdische Verstrickung, die der Mensch loslassen darf, bevor das neue Jahr beginnt. Die Gebetskette der Yogis, die Mala, trägt 108 Perlen. Und das Buchmentoring, das du vielleicht schon kennst, folgt 108 Leitsternen.

108 ist keine Zahl. 108 ist ein Versprechen: So viele Perlen, so viele Glockenschläge, so viele Funken braucht es manchmal, bis einer zündet.

Deshalb findest du hier 108 Funkenschläge über die Freude am Schreiben. Kein Ratgeber. Kein System. Sondern eine Perlenkette aus Fakten, Fundstücken und Wundern – zum Auflesen, Weiterschenken, Laut-Vorlesen und Ideen-Entflammen.

Doch bevor du die erste Perle auffädelst, lass mich dir sagen, warum ausgerechnet diese vier Qualitäten über das Glück des Schreibens entscheiden: das Kind, die Kreativität, die Freiheit und die Menschlichkeit.

Das Kind, weil es die einzige Instanz in dir ist, die nie gefragt hat: „Lohnt sich das?“ Das Kind hat mit Kreide Königreiche auf den Asphalt gemalt und wollte keinen Bestseller daraus machen. Es schrieb, malte, sang um des Tuns willen – und genau dieses zweckfreie Tun ist der Zustand, den die Glücksforschung heute als tiefstes menschliches Glück beschreibt. Wer schreibt wie ein Kind spielt, dem gehört der Augenblick. Und der Augenblick ist alles, was ein Buch braucht.

Die Kreativität, weil sie keine Fähigkeit ist, die du erwerben müsstest, sondern deine Urkraft: die eine Kraft, die die Götter der alten Geschichte im Menschen selbst versteckten, weil er dort zuletzt suchen würde. Kreativität ist die Fähigkeit zu kreieren, zu manifestieren, schöpferisch zu wirken. Je schöpferischer du wirst, desto lebendiger wirst du. Das Glück des Schreibens ist nichts anderes als das Glück, an der Schöpfung teilzunehmen.

Die Freiheit, weil ohne sie kein wahrer Satz entsteht. Eine freie Autorin und ein freier Autor verhält sich nicht irgendeiner Autorität entsprechend, sie verhälten sich ihrer eigenen Authentizität entsprechend. Die Freiheit ist es, die dich zweifeln, fragen, trotzen und über die Stränge schlagen lässt. Jedes „So etwas schreibt man doch nicht!“ ist in Wahrheit eine Wegmarke: Genau dort beginnt dein Territorium.

Und die Menschlichkeit, weil sie das ist, was kein Algorithmus je besitzen wird. Dein Buch ist verdichteter Geist: deine Erfahrung, dein Ringen, deine einmalige Art, die Welt zu sehen. Aus kombinierten Daten lässt sich kein Leben schaffen. Aus einem Menschen schon. KI summt nicht: SONDERN IN DIR SUMMT ES!

Das Kind öffnet die Tür. Die Kreativität entzündet das Feuer. Die Freiheit hält es am Brennen. Und die Menschlichkeit trägt es in die Welt.

Und nun: Lass den Blitz deiner Kreativität 108-mal Funken schlagen.

I. Das Kind in dir (Funken 1–18)

1. Pablo Picasso brachte das ganze Drama in einen Satz: „Jedes Kind ist ein Künstler. Das Problem ist nur, ein Künstler zu bleiben, während man erwachsen wird.“ Die gute Nachricht: Es ist ein Problem mit Lösung – und die Lösung heißt Schreiben.

2. Kleine Kinder stellen an manchen Tagen mehrere hundert Fragen. Erwachsene oft keine einzige. Jede Warum-Frage, die du dir beim Schreiben zurückeroberst, ist ein Stück wiedergewonnene Kindheit.

3. „Warum ist die Banane krumm?“ ist keine alberne Frage, sondern eine Recherchetechnik: Wer wie ein Kind unermüdlich WARUM fragt, gräbt sich Frage um Frage in die Tiefe seines Themas, bis dorthin, wo die Bücher entstehen, die wirklich etwas bedeuten.

4. In Andersens Märchen sehen ALLE, dass der Kaiser nackt ist. Nur das Kind ruft es aus. Radikale Ehrlichkeit ist keine Charaktereigenschaft: Sie ist eine Schreibpower.

5. In Indien werden Gottheiten wie Krishna und Ganesha oft als Kinder dargestellt: Die kindliche Reinheit gilt als direkteste Verbindung zur göttlichen Quelle. Dein inneres Kind ist also kein Umweg zum Schreiben: Es ist die Standleitung.

6. Peter Handkes „Lied vom Kindsein“ wurde zum Herzstück von Wim Wenders‘ Film „Der Himmel über Berlin“: Sogar die Engel dort sehnen sich danach, wieder wie ein Kind zu staunen.

7. Was Generationen von Eltern „Trotzphase“ nannten, heißt in der Entwicklungspsychologie längst “Autonomiephase”: Das Kind trotzt nicht, um zu ärgern, es trotzt, um ein Selbst zu werden. Dein Schreib-Trotz tut dasselbe.

8. Kinder spielen um des Spielens willen, ohne Gedanken ans Ergebnis. Die Glücksforschung nennt so ein Tun „autotelisch“: Es trägt sein Ziel in sich selbst. Schreiben kann genau das sein – und dann macht es glücklich, bevor auch nur ein Mensch es gelesen hat.

9. Anaïs Nin definierte: Dichterin ist, wer die unverfälschte Sicht des Kindes lebendig halten kann. Kein Wort von Talent. Kein Wort von Technik.

10. Dein allererster Text war ein Gekritzel und dein Gehirn hat die Linie gefeiert, lange bevor sie Bedeutung trug. Diese Feier ist nie verschwunden. Sie wartet in jeder Handbewegung.

11. Kinder leben in einem Nullfeld unendlicher Möglichkeiten: Für sie existieren alle Geschichten gleichzeitig. Das weiße Blatt ist kein leerer Raum: Es ist dieses Feld in DIN A4.

12. C. G. Jung beschrieb das „göttliche Kind“ als Archetyp der Erneuerung: Wo es in Träumen und Geschichten auftaucht, beginnt etwas Neues. Wenn dein inneres Kind sich beim Schreiben meldet, klopft also nicht die Vergangenheit an –, sondern die Zukunft.

13. Kinder erzählen ohne Plot-Strukturen, ohne Spannungsbögen, ohne Regeln und niemand kann aufhören zuzuhören. Ihr Geheimnis: Sie denken nicht nach, sie erleben.

14. Gegen Schreibblockaden hilft, was jedes trotzige Kind instinktiv weiß: aufstampfen! Wer am Schreibtisch mit aller Kraft auf den Boden stampft und die Energie dann in die Finger fließen lässt, verwandelt Blockade in Text.

15. Der Cutenessfaktor ist real: Das Zarte, Unschuldige, Beschützenswerte in einem Text erzeugt eine Bindung, an der sich Leser*innen nicht sattlesen können.

16. Wenn Heldinnen und Helden in großen Geschichten nicht mehr weiterwissen, taucht auffallend oft ein Kind auf, von „Pippi Langstrumpf“ bis „The Kid“. Das Kind IST die Wende.

17. Für Kinder ist die Vorfreude selbst schon ein Geschenk: Sie genießen das Warten, das Träumen, das Kribbeln. Genau diese Kraft trägt dich durch ein Buchprojekt, wenn du das Noch-nicht lieben lernst.

18. Kinder haben keinen inneren Kritiker. Der zieht erst später ein, als Untermieter. Und was einzog, kann auch wieder ausziehen.

II. Spiel, Genuss & Ekstase (Funken 19–36)

19. Der Neurowissenschaftler Jaak Panksepp entdeckte: Ratten lachen beim Spielen, in einem Ultraschall-Kichern um 50 Kilohertz, das Menschen nur mit Spezialgeräten hören. Das Spiel ist so alt und so ernst, dass sogar Nagetiere darüber kichern.

20. Das Spiel ist kein Zeitvertreib, sondern ein eigenes, uraltes System im Säugetiergehirn. Du musst dir das spielerische Schreiben nicht verdienen: Es ist deine Werkseinstellung.

21. Friedrich Schiller erklärte den Menschen nur dort zum ganzen Menschen, wo er spielt. Wer spielend schreibt, ist also nicht unseriös, sondern maximal Mensch.

22. Der Kulturhistoriker Johan Huizinga gab uns einen zweiten Namen: Homo ludens, der spielende Mensch. Nicht Homo perfectus. Nicht Homo effizientus.

23. Ekstase kommt vom griechischen ek-stasis: das Heraus-Treten. Wer in Ekstase schreibt, tritt heraus – aus der Kontrolle, aus der Erwartung, aus der Person, die funktioniert.

24. Ein-fach heißt wörtlich: nur eine Falte, ein Fach. Das einfache Schreiben ist das ungefaltete Schreiben: ein Blatt, ein Stift, ein Mensch, der brennt.

25. Eine einzige in Lindenblütentee getunkte Madeleine löste bei Marcel Proust sieben Bände „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ aus. Unterschätze niemals einen Genussmoment.

26. Es gibt eine Übung, die alles verändert: drei Sätze schreiben und dabei jeden einzelnen BUCHSTABEN genießen, wie das Kind, das einst voller Begeisterung Buchstaben malte. Genuss ist die schnellste Rückfahrkarte in die Schreibfreude.

27. Stephen King kann ohne laute Heavy-Metal-Musik nicht schreiben: Sie ist sein Signal, seine Glocke, sein Raumschiff gegen jede Störung.

28. Friedrich Schiller bewahrte einen fauligen Apfel in seiner Schreibtischschublade auf, der Geruch brachte ihn ins Schreiben. Goethe entdeckte ihn einst entgeistert. Es funktionierte trotzdem.

29. Agatha Christie erfand ihre Mordfälle am liebsten in der Badewanne, Äpfel essend. Über zwei Milliarden verkaufte Bücher später darf man sagen: Die Wanne war gut investiert.

30. Manche Autorinnen schreiben zu inszeniertem Regenprasseln. In der Pandemie verkauften findige Unternehmen sogar Bürogeräuschkulissen – Kaffeemaschine und Druckerklappern inklusive. Dein Schreibsound ist erlaubt, ganz gleich wie er klingt.

31. Charlotte Roche schrieb ihren Millionenerfolg „Feuchtgebiete“ nach eigener Aussage am Küchentisch. Es gibt keine falschen Schreiborte, nur unbeschriebene.

32. Manche Schreibende tragen Amulette bei sich: Eine einzige Berührung versetzt sie in die kreative Haltung. Finde dein eigenes Aphrodisiakum zum Schreiben, niemand muss davon wissen.

33. Der Glücksforscher Mihaly Csikszentmihalyi fand heraus: Menschen sind nicht am glücklichsten, wenn sie entspannen, sondern im Flow, wenn sie ganz in einem Tun aufgehen. Schreiben ist eine der direktesten Flow-Maschinen, die es gibt.

34. Im tiefen Schreibflow breiten sich Erregungswellen nicht nur im Gehirn aus, sondern im ganzen Körper. Die Analogie zwischen Schreiben und Liebe ist keine Metapher, sie ist Physiologie.

35. Dur und Moll gehören in der Musik untrennbar zusammen und beide können mit derselben Lust komponiert werden. Genauso kann ein trauriger Text in purer Schreibfreude entstehen. Die Freude gilt dem Erschaffen, nicht dem Thema.

36. Der Geruchssinn überspringt als einziger Sinn direkt die Brücke zwischen den Gehirnhälften und landet unmittelbar im Reich der Bilder und Ideen. Schillers Apfel war also angewandte Neurowissenschaft.

III. Kreativität, Muse & Wunder (Funken 37–54)

37. Die uralte Geschichte erzählt: Als die Götter berieten, wo sie die größte Kraft des Universums verstecken sollten, wählten sie den einzigen Ort, an dem der Mensch zuletzt sucht: in ihm selbst. Dort ist sie noch heute. In dir.

38. Die neun Musen sind Töchter der Mnemosyne, der Göttin der Erinnerung. Kreativität ist also wörtlich ein Kind des Gedächtnisses: Alles, was du erlebt hast, ist Schreibkapital.

39. Museum und Musik stammen beide von der Muse ab: Das eine war ihr Tempel, das andere ihre Kunst. Du bewegst dich beim Schreiben in bester Verwandtschaft.

40. Die ersten Worte der europäischen Literatur sind keine Behauptung, sondern ein Ruf: Homer beginnt die Ilias mit der Anrufung der Göttin. Schreiben begann als Lauschen, nicht als Wissen.

41. Enthusiasmus kommt von en-theos: „einen Gott in sich tragen“. Wenn dich beim Schreiben der Enthusiasmus packt, ist das wörtlich ein Gött*innenbesuch.

42. Und das deutsche Wort “Begeisterung” trägt seinen Gast offen im Namen: den GEIST.

43. Inspiration heißt wörtlich „Einhauchung“, vom lateinischen inspirare. Die Alten stellten sich vor, dass die Muse den Dichtern ihre Verse einatmet. Atme also tief, bevor du schreibst.

44. Poesie kommt vom griechischen poiesis: das Machen, das Erschaffen. Ein Gedicht ist keine Dekoration, es ist ein Schöpfungsakt im Wortsinn.

45. Autor kommt von auctor und das wiederum von augere: „wachsen lassen, mehren“. Eine Autorin ist wörtlich eine Mehrerin der Welt. Jedes Buch macht die Wirklichkeit größer.

46. Text bedeutet auf Lateinisch: das Gewebe (textum). Du schreibst nicht, du webst. Faden für Faden, Satz für Satz.

47. Vers kommt von versus: die Wende des Pfluges am Ende der Ackerfurche. Schreiben und Feldbestellung teilen sich ein Wort: Beides ist Aussaat.

48. Der Überlieferung nach steckt in unserem Buchstaben die Buche: Runen wurden einst in Buchenstäbe geritzt. Jedes Alphabet trägt einen Wald in sich.

49. Lesen hieß ursprünglich: sammeln, auflesen, wie bei der Weinlese oder Ährenlese. Wer liest, erntet. Wer schreibt, hat gesät.

50. Schreiben kommt vom lateinischen scribere: ritzen, eingraben. Jeder Satz ist eine Gravur. Kein Wunder, dass echte Sätze bleiben.

51. Mozart klagte, er könne die Noten gar nicht so schnell aufschreiben, wie die Kompositionen aus ihm heraustreten wollten. Das Empfangen ist manchmal schneller als die Hand.

52. Einstein sah Lösungen zur Relativitätstheorie im Traum. Marie Curie wachte nachts auf und notierte, was ihr erschienen war. Die größten Köpfe der Wissenschaft waren Empfangende.

53. Der Chemiker August Kekulé erzählte, ihm sei die Ringstruktur des Benzols im Halbschlaf erschienen, als Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt. Auch die Chemie träumt.

54. Die Muschel kann das Sandkorn nicht loswerden, also umhüllt sie es, Schicht um Schicht, bis eine Perle entsteht. Das Sandkorn wird zur Perle. Der Widerstand wird zum Werk. Der Schmerz wird zum Satz.

IV. Freiheit & Rebellion (Funken 55–72)

55. Eichhörnchen haben keine Fragen. Krähen nicht, Rosen nicht, Hortensien nicht. Das einzige fragende Wesen ist der Mensch: Deine Fragezeichen sind dein Adelstitel.

56. Zweifel ist kein Schreibhindernis, sondern Schreibfreiheit: Ziehe alle Antwortgeber in Zweifel, auch jeden Schreibratgeber, der dir DEN Weg verspricht. Dein Zweifel atmet. Er pulsiert mit eigenem Herzschlag.

57. Ur-teilen heißt stagnieren: Wer beim Schreiben der ersten Fassung schon bewertet, teilt sich selbst, und fällt aus dem Fluss. Erst schreiben. Später richten.

58. Deine Muse wurde nie vermessen, nie befahren. Es gibt keine Wanderrouten und keine Wanderkarten. Das ist keine schlechte Nachricht, das ist die beste.

59. Es kommt immer wieder vor: Eine Autorin startet mit dem festen Plan für ein Businessbuch – und heraus kommt ein lyrischer Roman. Es gibt keinen festen Weg zu deinem Buch. Es gibt nur deinen.

60. Herbert Marcuse nannte es „die große Weigerung“: den Entschluss, das Bestehende nicht als selbstverständlich hinzunehmen. Jedes ehrliche Buch ist eine kleine große Weigerung.

61. Bei Nietzsche verwandelt sich der Geist vom lasttragenden Kamel zum Löwen, der das heilige Nein spricht, und erst danach zum spielenden, schaffenden Kind. Merke die Reihenfolge: Erst das Nein. Dann das Spiel. Dann das Werk.

62. „So etwas schreibt man doch nicht!“, ist, richtig gelesen, die präziseste Schreibaufforderung der deutschen Sprache.

63. Der Rant ist ein Reinigungsritual: eine trotzige Schimpftirade mit Kraftwörtern, die du sonst nie wagst, befreit von jahrzehntelanger feiner Zurückhaltung. Danach schreibt es sich leichter. Und wahrer.

64. In Wim Wenders‘ „Perfect Days“ erfahren wir weder, woher der Toilettenreiniger Hirayama kommt, noch wohin er geht: Der Film hat keinen Anfang und kein Ende. Die Freiheit, die Lücken zu füllen, gehört dir: Schreib du seine Vorgeschichte!

65. Salvador Dalí, der Großmeister der Übertreibung, war beim Thema Perfektion erstaunlich bescheiden: Hab keine Angst vor ihr, denn du wirst sie nie erreichen. Welche Erleichterung!

66. Kinder stolpern, fallen hin, stehen wieder auf und niemand nennt das Scheitern. Die Tapsigkeit ist eine Gabe: Wer sich in die Worte hineintasten darf, statt Perfektion zu erzwingen, dem öffnen sich neue Türen.

67. Julia Camerons berühmte Morgenseiten sind ausdrücklich NICHT als Kunst gedacht, sie nennt sie „Gehirnentleerung“. Drei Seiten Bewusstseinsstrom, nichts ist zu albern, zu dumm, zu skurril. Freiheit beginnt vor dem Frühstück. (Und eigentlich “erfunden” wurden die “Morgenseiten” von Dorothea Brandt in “Schriftsteller werden”!)

68. An Waldorfschulen tanzen Kinder ihren eigenen Namen. Probier es aus und schreib dann darüber. Dein Name hat eine Choreografie, von der du noch nichts weißt.

69. Absichtlich falsch schreiben ist ein Befreiungsakt: falscher Satzbau, erfundene Wörter, gebrochene Regeln. Lehn dich gegen deine gewohnte Sprache auf und entdecke die Kraft, die in der Auflehnung steckt.

70. Heinrich von Kleists Michael Kohlhaas kämpft so unbeugsam für Gerechtigkeit, dass sein Name zum Begriff wurde. Der kindliche Gerechtigkeitssinn ist einer der ältesten Literaturmotoren der Welt.

71. Seneca stellte die Verhältnisse vom Kopf auf die Füße: Nicht weil die Dinge schwierig sind, wagen wir uns nicht heran, sondern weil wir uns nicht heranwagen, sind sie schwierig. Das gilt für kein Projekt so sehr wie für dein Buch.

72. Als eine Königin alle Weisen der Welt beauftragte, das gesamte Wissen des Universums in einem einzigen Satz zusammenzufassen, brachten sie ihr nach Jahren diesen: „Auch du bist eine Schöpferin und alles ist möglich.“

V. Körper, Gehirn & Flow (Funken 73–90)

73. Das Corpus callosum, die Brücke zwischen deinen Gehirnhälften, besteht aus rund 200 Millionen Nervenfasern. Die alten Meister nannten diese Brücke das „Tor des Himmels“. Beim freien Schreiben gehst du hindurch.

74. Im tiefen Schreibfluss verlagert sich deine Gehirnaktivität vom kontrollierenden Beta-Zustand in Alpha- und Theta-Wellen, denselben Zustand wie in Meditation und Tagtraum. „Es schreibt“ ist messbar.

75. Der Quanten-Zeno-Effekt besagt: Ein System kann sich nicht verändern, solange es starr beobachtet wird. Deshalb kommt die Lösung nie beim verbissenen Starren auf den Bildschirm, sondern unter der Dusche, beim Spaziergang, beim Kaffee.

76. Handschrift aktiviert das Gehirn nachweislich großflächiger als Tippen. Cornelia Funke, eine der erfolgreichsten Autorinnen der Welt, schreibt bis heute mit Stift und Papier: Ihre Originalmanuskripte versiegelt sie in großen Truhen.

77. Der Psychologe James Pennebaker wies in Studien nach: Regelmäßiges expressives Schreiben über das, was uns bewegt, stärkt messbar das Immunsystem. Schreiben ist Medizin, rezeptfrei und ohne Nebenwirkungen.

78. Sorgen aufzuschreiben, entlastet nachweislich das Arbeitsgedächtnis: Was auf dem Papier steht, muss dein Kopf nicht mehr festhalten. Das Blatt ist dein externer Speicher – und dein Beruhigungsmittel.

79. Wer seine Kreativität zuverlässig blockieren will, atmet flach in die Brust und hält Bauch, Becken und Nacken fest. Wer sie öffnen will, macht das Gegenteil: Entspannung ist alles für die Intimität mit deinem Buch.

80. „Werde das Gras“: Wer sich mit geschlossenen Augen in Gras, Sand oder Wasser hineinfühlt, wechselt vom Denken ins Fühlen,  und das Fühlen ist die Muttersprache der Intuition.

81. „Geh in den Mokassins eines anderen“: Die alte schamanische Übung besagt, dass sich über die Fußsohlen Eingebungen übertragen, wenn du die Schuhe eines anderen trägst. Perspektivwechsel kann man wörtlich nehmen.

82. Eine Stanford-Studie belegte, was Nietzsche längst wusste, als er alle wahrhaft großen Gedanken dem Gehen zuschrieb: Beim Gehen steigt das kreative Denken messbar an. Charles Dickens wanderte nachts stundenlang durch London, seine Romane liefen mit.

83. Goethe und Hemingway schrieben im Stehen.

84. Mark Twain und Truman Capote schrieben im Liegen, Capote nannte sich selbst einen „vollkommen horizontalen Autor“. Es gibt keine richtige Schreibhaltung. Es gibt nur deine.

85. Vladimir Nabokov schrieb seine Romane auf Karteikarten und konnte so an jeder beliebigen Stelle beginnen. Ein Buch muss nicht von vorne nach hinten entstehen.

86. Pippi Langstrumpf wurde am Krankenbett geboren: Astrid Lindgren erfand sie als Gutenachtgeschichte für ihre kranke Tochter und schrieb sie erst Jahre später auf, als sie selbst mit verletztem Fuß im Bett lag. Manchmal ist das Hindernis der Geburtshelfer.

87. Roald Dahl schrieb seine Weltbestseller in einer winzigen Gartenhütte, in einem alten Sessel, mit einem Brett auf den Knien. Die Größe des Schreiborts sagt nichts über die Größe der Bücher.

88. Maya Angelou mietete sich zum Schreiben karge Hotelzimmer ohne Bilder an den Wänden, damit nichts sie ablenkte von der inneren Welt. Sie wusste: Der wichtigste Raum ist der innere.

89. Intimus ist im Lateinischen ein Superlativ: das Innerste, Nächste, Vertrauteste schlechthin. Wer intim mit seinem Buch wird, geht also nicht nah heran, sondern so nah, wie es überhaupt geht.

90. Du erkennst den Dream Track deines Buches an einem einfachen Test: Man könnte dich nachts wecken und du würdest sofort losschreiben. Wer nicht mehr aufhören kann, hat gefunden.

VI. Menschlichkeit, Sinn & Segen (Funken 91–108)

91. Joseph Beuys formulierte schlicht: „Jeder Mensch ist ein Künstler.“ Kein Zertifikat nötig. Keine Erlaubnis. Kein Mindestalter, keine Höchstgrenze.

92. Gleich-gültig heißt, richtig gelesen: gleichermaßen gültig. Ob du schreibst, singst, backst oder einen Garten gestaltest – vor der Schöpfung sind alle Ausdrucksformen gleich gültig.

93. Du kannst kochen, tanzen, schweigen, hüpfen, Blödsinn machen, mit den Enkelkindern spielen: Kreativität ist keine Gattung, sondern eine Haltung. Einerlei, was du tust: Wenn du es freudig und liebevoll tust, bist du kreativ.

94. Muriel Rukeyser stellte die Physik auf den Kopf: Die Welt ist aus Geschichten gemacht, nicht aus Atomen. Wer schreibt, arbeitet also am Baumaterial des Universums.

95. Das Geschichtenerzählen ist ein Menschheitsgen: Seit es Lagerfeuer gibt, sitzen Menschen darum herum und erzählen. Dein Buch ist der jüngste Funke eines Zehntausende Jahre alten Feuers.

96. Einstein bewies, dass Materie und Energie dasselbe sind, zwei Erscheinungsformen einer Wirklichkeit. Dein Buch ist Materie. Also ist dein Buch: verdichtete Energie. Verdichteter Geist. Deiner.

97. Energie kommt aus dem Griechischen und bedeutet: wirkende Kraft. Genau das ist dein Schreiben, eine Kraft, die nicht Buchstaben produziert, sondern Bewusstsein bewegt.

98. Kairós, der griechische Gott des richtigen Augenblicks, trägt vorne einen Haarschopf und ist hinten kahl: Du kannst ihn nur greifen, wenn er auf dich zukommt. Ist er vorbei, greifst du ins Leere. Der richtige Moment für dein Buch hat eine Frisur, und sie zeigt nach vorn.

99. Nikolaus von Kues, der große Universalgelehrte, sah in der Intuition die höchste Erkenntnisstufe: den Zusammenfall aller Gegensätze, die coincidentia oppositorum. Dein Bauchgefühl hat philosophischen Adel.

100. Ken Wilber präzisierte: Intuition ist nicht anti-rational, sondern trans-rational. Sie widerspricht dem Verstand nicht, sie überfliegt ihn.

101. Albert Schweitzer staunte: Wir wissen, wie das Licht sich bricht, und doch bleibt das Licht ein Wunder. Genau so ist es mit dem Schreiben. Alle Neurowissenschaft der Welt erklärt nicht den Moment, in dem der Satz dich findet.

102. Der Theorie der morphischen Felder zufolge stärkt jeder Mensch, der schöpferisch tätig ist, ein Feld, aus dem auch andere schöpfen. Wenn das stimmt, schreibst du nie allein, und nie nur für dich.

103. Eine alte Legende erzählt, die Gnade fließe wie stetiger Regen auf die ganze Erde herab, empfangen kann sie nur, wer sich nach oben öffnet. Ein Buch, das als reines Produkt geplant wird, schaut nach unten. Ein Buch aus der Urkraft schaut nach oben.

104. Person kommt einer alten Deutung nach von per-sonare: hindurchtönen, so nannte man die Maske des antiken Theaters, durch die die Stimme des Schauspielers klang. Deine Persönlichkeit ist wörtlich das, was durch dich hindurchtönt. Beim Schreiben hörst du es am deutlichsten.

105. Das kürzeste Genre der Welt ist das Sechs-Wort-Memoir. Der Legende nach gewann Hemingway eine Wette mit sechs Wörtern über nie getragene Babyschuhe, die eine ganze Tragödie erzählen. Größe hat keine Mindestlänge.

106. Die Zahl 108 ist ein Weltkulturerbe der Hingabe: 108 Perlen zählt die Mala, 108 Sonnengrüße der Yogaweg, 108-mal schlagen Japans Tempelglocken zur Jahreswende, für jede irdische Verstrickung einen Schlag. Und 108 Leitsterne führen durchs Buchmentoring. Zufall? Es gibt keinen.

107. Durch Kombinieren lässt sich kein Leben schaffen und ebenso wenig ein bedeutsames Buch. KI kann Daten verrechnen, aber sie kennt keinen Körper, kein Fühlen, keine gelebte Erfahrung. Kurz: KI summt nicht. Du summst!

108. Und der letzte Funke gehört dem Satz, mit dem alles steht und fällt: „Ohne deine Begeisterung wird’s dunkel.“ Also: Entzünde sie. Heute. Mit dem nächsten Satz.

Die Parole lautet: Schreibend das volle Leben auferstehen lassen!

Let‘s BLITZ together!

⚡

Deine Monika Stolina

Wenn du jemanden kennst, der dringend einen MUSELETTER braucht, um neues Feuer für das Leben und Schreiben zu entfachen, leite gern den Link weiter! IT’S FREE!

Häufig gestellte Fragen zu den 108 Funkenschlägen

Was sind die 108 Funkenschläge über die Freude am Schreiben?
Eine Perlenkette aus 108 Fakten, Fundstücken und Wundern rund ums Schreiben — kein Ratgeber, kein System, sondern Zündmaterial: Jeder Funke kann der eine sein, der dein Schreibfeuer entfacht.

Warum ausgerechnet 108?
Die 108 ist ein Weltkulturerbe der Hingabe: 108 Perlen zählt die Mala, 108-mal schlagen Japans Tempelglocken zur Jahreswende, 108 Sonnengrüße kennt der Yogaweg — und 108 Leitsterne führen durch das Buchmentoring. So viele Funken braucht es manchmal, bis einer zündet.

Was hat das innere Kind mit der Freude am Schreiben zu tun?
Das Kind ist die einzige Instanz in dir, die nie gefragt hat: „Lohnt sich das?“ Es hat um des Tuns willen gemalt, gesungen, erzählt – und genau dieses zweckfreie, spielerische Tun beschreibt die Glücksforschung als tiefstes menschliches Glück. Wer schreibt, wie ein Kind spielt, dem gehört der Augenblick.

Kann ich meine Schreibfreude wiederfinden, wenn sie verloren scheint?
Ja, denn sie ist nicht verloren, sondern nur verlegt. Übungen wie das Genießen jedes einzelnen Buchstabens (Funke 26), das trotzige Aufstampfen gegen die Blockade (Funke 14) oder das absichtlich falsche Schreiben (Funke 69) führen dich direkt zurück ins Spiel.

Warum macht Schreiben nachweislich glücklich?
Die Flow-Forschung zeigt: Menschen sind am glücklichsten, wenn sie ganz in einem Tun aufgehen — und Schreiben ist eine der direktesten Flow-Erfahrungen überhaupt. Studien belegen zudem, dass expressives Schreiben das Immunsystem stärkt und das Arbeitsgedächtnis entlastet. Schreiben ist Medizin, rezeptfrei.

Warum kann KI diese Freude nicht ersetzen?
Weil durch Kombinieren kein Leben entsteht. KI kann Daten verrechnen, aber sie kennt keinen Körper, kein Fühlen, keine gelebte Erfahrung und vor allem: keine Freude am Tun. KI summt nicht. IN DIR aber summt es!

Was ist der schnellste Einstieg?
Nimm dir Funke 26 vor: Schreib heute drei Sätze und genieße dabei jeden einzelnen Buchstaben, wie das Kind, das einst voller Begeisterung Buchstaben malte. Mehr braucht der erste Funke nicht.

Book&Life Coach

Monika Stolina ist Schreiblehrerin, Autorin, Gründerin der Golden Republic of Writers (GROW!) und des HighVoltageWriting-Programms. (Und jetzt auch des QCW – des Quantum Collapse Writing ;-)) Sie begleitet Schreibende dabei, ihr eigenes Buch aus der Begeisterung ihrer Urkraft heraus zu schreiben, authentisch, unverwechselbar und mit der jedem Menschen innewohnenden Intelligenz.

Buchmentoring mit 108 Leitsternen

Begründerin des HighVoltageWriting, Botin des Kairós, Scout und Muse für dein Buch

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1 Kommentar

  1. Birgit Krüger

    Liebe Monika,

    was für eine tolle Liste. Das mit den 108 Perlen finde ich super, war erst etwas irritiert über die Zahl.

    Bei 93. ist in mir die Frage aufgekommen: Kann man nicht auch lustlos kreativ sein? Wenn Kreativität erst einmal aufgeweckt ist, erwacht sie in jedem Moment. Und erzeugt dann Freude und Lust am Mehr. So habe ich es jedenfalls erlebt.

    Herzliche Grüße

    Birgit

    Antworten

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